Beispiele

Getauchtes belüftetes Festbett Rütgers Deutschland GmbH

Aufgabenstellung

Die Rütgers Deutschland GmbH produziert am Standort Castrop-Rauxel diverse
Aromatenverbindungen, für die Teeröle die Rohstoffe darstellen. Die Festbett-
anlage dient der biologischen Vorbehandlung der Abwässer aus der Destillation
und der Weiterverarbeitung dieser Teeröle.  

Verfahrenstechnische Lösung

    

Für die Vorbehandlung der Abwässer wurde das Verfahren des getauchten, belüfteten Festbettes gewählt, da insbesondere bei den vorliegenden, schwer behandelbaren, Abwässern die vollen Vorteile dieses Verfahrens zum Tragentragen kommen.

Die folgende Belastung wurde für die Erstellung der Anlage zugrunde gelegt:

Zufluss zur Vorbehandlung         
1.250.000 m³/a
CSB Fracht 
1.600 to/a
Stickstoff Fracht   
175 to/a

Die Auslegung der biologischen Reinigungsstufe erfolgte dabei auf der Basis von Pilotversuchen.

Anlagentechnik

Für die großtechnische Ausführung der Anlage wurde eine Festbettanlage, bestehend aus 12 Kaskaden, mit einem Gesamtvolumen von 4.000 m³ Füllmaterial gewählt. Die Kaskaden für den Kohlenstoff- und Stickstoffabbau werden dabei mittels einer Zwischenklärung getrennt, um die Leistungsfähigkeit der Nitrifikation zu erhöhen.

Als Füllmaterial wurde ein speziell für diese Anlage entwickeltes BIO-NET® mit einer spezifischen Oberfläche von 150 m²/m³ eingesetzt.Das BIO-NET® wird dabei mittels Zugstangen auf einem Edelstahl-Auflagerost gelagert. Die Belüftung erfolgt durch Rohrbelüfter aus Keramik.

Ablaufwerte

Die Ablaufwerte der Anlage liegen für den CSB bei einer mittleren Flächenbelastung von 14,5 g/m²*d    bei ca. 90 %.

Bei der Stickstoffeliminierung werden ebenfalls ca. 90 % erreicht, wobei die Flächenbelastung im Mittel bei 2,1 g/m²*d liegt.

Mit diesen Ablaufwerten übertrifft die Anlage die an sie gestellten Erwartungen.

 

Mittellasttropfkörper Kriebethal

Aufgabenstellung

Die Abwasserbehandlungsanlage Kriebethal hat eine Ausbaugröße von 45.000 EGW.
Das zu behandelnde Abwasser stammt zum überwiegenden Teil aus der ortsansässigen Papierfabrik und soll gemeinsam mit den kommunalen Abwässern sowie Fäkalien biologisch behandelt werden. Um die heutigen Anforderungen zu erfüllen, wurde die Anlage auf eine vollständige Stickstoffelimination ausgelegt.  

Verfahrenstechnische Lösung

    

Die Behandlungsanlage ist nach der Vorklärung als zweistraßiges und zweistufiges System geplant. Die erste Stufe bilden zwei parallel betriebene Tropfkörper, die bei einer maximalen Raumbelastung von 2 kg BSB5/(m³ d) eine Abbauleistung von mindestens 45% erreichen müssen. Der Ablauf der Tropfkörper einschließlich des Überschußschlammes wird ohne Zwischenklärung in eine nachgeschaltete konventionelle Belebung, die in Form einer dreistufigen Kaskade ausgeführt ist, geleitet.  

Anlagentechnik

Die beiden Tropfkörper wurden mit dem Trägermaterial SESSIL® bestückt. Dieses Tropfkörpermaterial besteht aus Folienstreifen, die an einen Tragrost unterhalb der Wasserverteilung abgehängt werden. 

Technische Daten der Tropfkörper:

 Volumen  V = 1.610 m³
 Füllhöhe  h = 6,0 m
 Durchmesser  D = 18,50 m 
 Spezifische Oberfläche des SESSIL®    
 Aspez= 100 m²/m³

Ablaufwerte

Die Leistung der Tropfkörper wird vom Betreiber als optimal angesehen. Die Abbauleistung lag während der bisherigen Betriebszeit trotz starker Zulaufschwankungen stabil bei 63% und liegt damit deutlich über der geforderten Reinigungsleistung.  
 

Denitrifikationstropfkörper Leudelsbach

Aufgabenstellung

Das Gruppenklärwerk Leudelsbach hat eine Ausbaugröße von 35.000 EGW. Die biologische Reinigung der Abwässer erfolgte bisher in einer einstufigen Tropfkörperanlage.
 
Um die heutigen Anforderungen zu erfüllen, wurde die Anlage auf eine vollständige Stickstoffelimination umgerüstet.  

Verfahrenstechnische Lösung

    

Die verfahrenstechnische Auslegung der Anlage erfolgte in Anlehnung an die wissenschaftlichen Untersuchungen durch die Universität Stuttgart. Für die gezielte Stickstoffelimination werden zwei parallel betriebene Denitrifikationstropfkörper eingesetzt. Die Tropfkörper sind dazu mit GFK-Kuppeln abgedeckt.
 
Um die Leistungsfähigkeit der Nitrifikation, die ebenfalls in einer Tropfkörperanlage erfolgt, nicht zu beeinträchtigen, wird der Überschußschlamm aus der Denitrifikation in einer Zwischenklärung abgeschieden.  

Anlagentechnik

Die beiden Denitrifikationstropfkörper wurden mit der Tropfkörpervariante des Trägermaterials SESSIL® ausgerüstet. 

Technische Daten der Denitrifikationstropfkörper:

 Volumen  V = 1.445 m³
 Füllhöhe  h = 4,6 m
 Durchmesser  D = 20,00 m 
 Spezifische Fläche des eingeb. Materials    
 Aspez= 120 m²/m³

Ablaufwerte

Kohlenstoffabbau mit folgenden Grenzwerten:
 
CSB  = 90 mg/l
BSB5 = 20 mg/l